Mein Kaninchen frißt seinen Kot. Ist das normal?
Ja. Kaninchen haben einen im Vergleich zu anderen Tierarten sehr großen Blinddarm. Am Anfang des Blinddarms wird die Nahrung aufgeteilt: Große, unverdauliche Anteile gelangen in den Dickdarm. Dort wird ihnen das Wasser entzogen und die bekannten Ködel entstehen.
Kleine, weiter verdaubare Anteile werden in den Blinddarm geleitet.
Dieser ist eine große Gärkammer, wo die mit der Nahrung aufgenommene Rohfaser mithilfe von Bakterien verdaut wird. Der dort entstehende Nahrungsbrei ist reich an Nährstoffen und Vitaminen. Es entstehen vor allem wasserlösliche Vitamine, wie die Vitamine des B-Komplexes.
Damit das Kaninchen diesen Nahrungsbrei optimal ausnutzen kann, wird dieser als sogenannter Blinddarmkot ausgeschieden und meist nachts direkt vom After weg gefressen.
Der Blinddarmkot ist zum Schutz vor der Magensäure mit einer Schleimschicht versehen. Er dient der Versorgung mit Vitaminen, dem Weitertransports des Futters und führt zu einer besseren Eiweißausnutzung.
Blinddarmkot besteht aus kleinen hellen und weichen Kügelchen, die traubenförmig aussehen können. Manchmal findet man ihn im Käfig, wenn er nicht vollständig gefressen wurde.
Mehr über Kaninchen finden Sie im ebook-Ratgeber “101 Fragen und Antworten zu Haltung und Fütterung von Kaninchen” von Cathrin Geissler, erschienen bei Geebooks
Was ist Trommelsucht?
Bei der Trommelsucht kommt es zu einer Ansammlung von Futterbrei im Magen. Dadurch kommt es zu Fehlgärungen mit Gasentwicklung.
Der Magen des Kaninchens hat keine Muskelschicht. Deshalb kann er sich durch die Gasentwicklung sehr stark ausdehnen.
Folgende Ursachen können zur Trommelsucht führen:
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Fütterungsfehler, wie z. B.die Fütterung von blähenden Futtermitteln (z. B. Weißkohl), sehr eiweißreichem Futter (junges Gras) und Rohfasermange
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auch Zahnerkrankungen können die Ursache für eine Trommelsucht sein. Das Futter wird nicht ausreichend gekaut, was zu Fehlgärungen im Magen führen kann
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Erkrankungen, die mit Appetitlosigkeit einhergehen, können ebenfalls zu einer Trommelsucht führen, weil der Futterbrei nicht mehr weiter transportiert werden kann. (Siehe auch „Der Tierarzt rät – 101 Fragen und Antworten zu Kaninchenkrankheiten, Band 1, Kapitel: „Warum ist es so schlimm, wenn mein Kaninchen ein oder mehrere Tage nicht fressen mag?“
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auch bei Fehlgärungen im Blinddarm kann es zu starken Aufgasungen kommen
Mehr Wissenswertes über Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes finden Sie im e-Book-Ratgeber “101 Fragen und Antworten zu Kaninchenkrankheiten, Band 2” von Cathrin Geissler, erschienen bei Geebooks.
Wieso kann mein Hase Durchfall bekommen, wenn er Probleme mit den Zähnen hat?
Erkrankungen der Zähne sind eine sehr häufige Ursache für Durchfall.
Durch eine unzureichende Abnutzung der Zähne kommt es zu einem übermäßigen Wachstum der Schneide- und/oder der Backenzähne.
-> Dies kann dazu führen, dass sich die Zähne in die Maulschleimhaut oder in die Zunge einbohren.
-> Zum einen führt dies zu Schmerzen, zum anderen wird der Kaufvorgang mechanisch behindert.
-> Dadurch wird die Nahrung nicht genügend zerkleinert.
-> Es kommt zu Fehlgärungen im Darm.
-> Ein Absterben der normalen Darmflora mit nachfolgender Vermehrung von Hefepilzen kann die Folge sein.
->Hefepilze zuführen zu einem matschigen Kot.
->Eine weitere Verschlechterung kann durch bakterielle Infektionen hervorgerufen werden.

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Wie erkenne ich Zahnprobleme bei meinem Hasen?
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Ein Kaninchen mit Zahnproblemen hat Schwierigkeiten, die Nahrung aufzunehmen und/oder zu zerkleinern.
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Das Fell unter dem Hals ist nass.
- Dem Besitzer fällt meistens zuerst auf, dass das Tier härteres Futter - zum Beispiel Möhren oder Heu - nicht mehr oder kaum noch frisst.
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Manchmal berichten Besitzer, dass die Nahrungsaufnahme „komisch” aussieht. Manche Tiere halten dabei den Kopf schräg, anderen fällt ein Großteil des aufgenommenen Futters wieder aus dem Maul heraus.
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Sind die Schneidezähne sehr lang gewachsen, kann man sie auch bei geschlossenem Maul weit herausragen sehen. Dies ist allerdings nur möglich, wenn die Zähne nach außen wachsen. Wachsen die Zähne nach innen, bohren sie sich entweder in den weichen Gaumen oder im Unterkiefer in das Zahnfleisch oder in die Zunge ein. Dies ist von außen nicht zu erkennen.
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Bestehen die Zahnprobleme länger, kommt es zu Hefedurchfall.
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Durch die unzureichende Nahrungsaufnahme und die ungenügende Zerkleinerung der Nahrung kommt es zur Abmagerung der Tiere.
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