Blick ins Buch - Kaninchenkrankheiten Band 2

 


Buch

Für engagierte Kaninchenbesitzer bietet dieses e-Book in 101 Fragen und Antworten einen Überblick über die wichtigsten inneren Krankheiten und Krankheiten des Bewegungsapparates beim Kaninchen.

Von Fragen wie „Zahnprobleme: Woran erkenne ich diese?“ über „Atemnot: Welche Ursachen gibt es?“ bis hin zu „Was ist Myxomatose?“ wird dem Kaninchenbesitzer ein Ratgeber an die Hand gegeben, anhand dessen er entscheiden kann, wann sein Kaninchen zum Tierarzt gebracht werden muss und wann er zunächst abwarten kann.

Allgemeine Therapiehinweise runden den Ratgeber ab.

 

Autorin

Cathrin Geissler betreibt seit fast zwanzig Jahren eine Kleintierpraxis in Hamburg, seit 2007 zusammen mit einer Partnerin.

Die vielen Fragen, die ihr im Laufe der Jahre von Kaninchenbesitzern gestellt wurden, hat sie gesammelt und in diesem e-Book zusammengefasst.

 


Der Tierarzt rät

101 Fragen und Antworten zu

Kaninchenkrankheiten

Band 2

Infektionskrankheiten 

 Innere Erkrankungen

Erkrankungen des Bewegungsapparates

von

Cathrin Geissler


www.der-Tierarzt-rät.de


Copyright

Alle Rechte liegen bei der Autorin.

Es ist nicht erlaubt, dieses Buch – auch auszugsweise- ohne die schriftliche Genehmigung der Autorin zu kopieren.

Dieses Buch darf nicht an Dritte weiterverkauft werden.

Es wird regelmäßig im Internet, insbesondere auf ebay, nach Urheberrechtsverletzungen gefahndet. Verstöße werden abgemahnt und Strafanzeige erstattet.

Herstellung

Geebooks

Herstellung der Knetfiguren

Cathrin Geissler

Umschlagsfoto

Cathrin Geissler

Umschlaggestaltung und Layout

Cathrin Geissler

Rellingen, 2010


Inhalt

Vorwort

Garantie

Infektionskrankheiten

1.)Was ist Myxomatose?

2.) Myxomatose: Woran erkenne ich sie?

3.) Myxomatose: Welche Therapie gibt es?

4.) Myxomatose: Gibt es eine Impfung?

5.)Was ist RHD/Chinaseuche?

6.) Chinaseuche: Woran erkenne ich diese?

7.) Chinaseuche: Welche Therapie gibt es?

8.) Chinaseuche: Wie kann ich vorbeugen?

9.) Was ist die Nagerpest ?

10.) Nagerpest: Woran erkenne ich diese?

11.) Nagerpest: Welche Therapie gibt es?

12.)Was ist die Tularämie?

13.) Tularämie: Woran erkenne ich diese?

14.) Tularämie: Welche Therapie gibt es?

Erkrankungen der Atemwege

15.) Atemnot: Welche Ursachen gibt es?

16.) Atemnot: Woran erkenne ich diese?

17.) Atemnot: Was tue ich?

18.) Ansteckender Kaninchenschnupfen: Woran erkenne ich diesen?

19.) Ansteckender Kaninchenschnupfen: Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

20.) Schnupfen: Gibt es noch andere Ursachen?

21.) Fistel (Eitergang) zwischen Nasen- und Maulhöhle: Welche Ursachen gibt es?

22.) Fistel zwischen Nasen - und Maulhöhle: Woran erkenne ich sie?

23.) Fistel zwischen Nasen- und Maulhöhle: Welche Therapie gibt es und wie sind die Heilungsaussichten?

Erkrankungen des Herzens

24.) Herzerkrankung: Woran erkenne ich diese?

25.) Herzerkrankung: Welche Ursachen gibt es?

26.) Herzerkrankung: Wie wird sie diagnostiziert?

27.) Herzfehler: Welche Therapie gibt es?

Magen-Darm-Erkrankungen

28.) Durchfall / Blinddarmkot: Woran erkenne ich den Unterschied?

29.) Durchfall: Welche Ursachen gibt es?

30.) Durchfall: Wieso führen Fehler in der Fütterung dazu?

31.) Durchfall: Wieso führen Zahnprobleme dazu?

32.) Zahnprobleme: Woran erkenne ich diese?

33.) Zähne zu lang: Was ist zu tun?

34.) Welche Wurmarten kommen beim Kaninchen vor?

35.) Wurmbefall: Woran erkenne ich ihn?

36.) Würmer: Woher kann mein Kaninchen diese bekommen?

37.) Muss ein Wurmbefall behandelt werden?

38.) Welche Parasiten im Magen-Darm-Trakt kommen außerdem beim Kaninchen vor?

39.) Kokzidiose: Wie ist die Therapie?

40.) Bakterielle Infektion des Magen-Darm-Trakts: Welche Ursachen gibt es?

41.) Was ist Salmonellose?

42.) Was ist Tyzzer´s Disease?

43.) Bakteriell bedingten Durchfall: Was tue ich?

44.) Durchfall: Welche Viren führen dazu?

45.)Virusdurchfall: Welche Therapie gibt es?

46.) Hefepilzbefall des Darmes: Welche Ursachen gibt es?

47.) Hefepilzbefall des Darmes: Woran erkenne ich diesen?

48.) Hefepilzbefall des Darmes: Welche Therapie gibt es?

49.) Penicillinsaft oder –tabletten: Wieso darf mein Kaninchen keine bekommen?

50.) Vergiftung mit Penicillin: Welche Therapie gibt es?

51.) Kotsuspension: Wie stelle ich sie her?

52.) Giftige Pflanze angefressen: Welche Symptome treten auf?

53.) Giftpflanze angeknabbert: Was tue ich?

54.) Welche Nachteile hat die Gabe von Kohle?

55.) Magenüberladung: Welche Ursachen gibt es und wie sind die Symptome?

56.) Magenüberladung: Welche Therapie gibt es?

57.) Was ist Trommelsucht?

58.) Trommelsucht: Woran erkenne ich diese?

59.) Trommelsucht: Wie ist die Therapie?

60.) Verstopfung: Woran erkenne ich sie?

61.) Verstopfung: Welche Ursachen gibt es?

62.) Verstopfung: Welche Therapie gibt es?

63.) Wie kann ein Haarball (sog. Bezoar) aufgelöst werden?

Erkrankungen der Leber

64.) Fettleber: Welche Symptome treten auf?

65.) Fettleber: Wodurch wird sie verursacht und warum ist sie so schlimm?

66.) Leberkokzidiose: Woran erkenne ich sie?

67.) Leberkokzidien: Wie ist die Therapie?

Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse

68.) Zuckerkrankheit: Woran erkenne ich diese?

69.) Zuckerkrankheit: Wie wird sie diagnostiziert?

70.) Zuckerkrankheit: Welche Therapie gibt es?

71.) Zuckerkrankheit: Was muss bei der Fütterung beachtet werden?

Erkrankungen der Niere und der ableitenden Harnwege

72.) Der Urin meines Kaninchens hat eine orangene oder rötliche Färbung. Ist das gefährlich?

73.) Blasenentzündung: Woran erkenne ich diese?

74.) Blasenentzündung: Welche Ursachen gibt es?

75.) Blasenentzündung: Welche Therapie gibt es?

76.) Blasensteine: Wie kommt es dazu?

77.) Was ist Blasengrieß?

78.) Blasensteine / Blasengrieß: Woran erkenne ich sie?

79.) Blasensteine/Blasengrieß: Welche Therapie gibt es?

80.) Blasensteine/Blasengrieß: Wie kann ich vorbeugen?

81.) Urinprobe: Wie gewinne ich diese?

82.) Akutes Nierenversagen: Woran erkenne ich dies?

83.) Akutes Nierenversagen: Welche Therapie gibt es?

84.) Inkontinenz beim Rammler: Woran erkenne ich dies?

85.) Inkontinenz beim Rammler: Welche Therapie gibt es?

Krankheiten des weiblichen Geschlechtsapparats

86.) Geburt: Was tue ich?

87.) Geburt und kein Junges wird geboren. Was soll ich tun?

88.) Was ist die Trächtigkeitstoxämie der Häsin?

89.) Trächtigkeitstoxämie: Woran erkenne ich diese?

90.) Trächtigkeitstoxämie: Welche Therapie gibt es?

91.) Kalziummangel/Unterzuckerung der Häsin: Woran erkenne ich dies?

92.) Kalziummangel/Unterzuckerung: Welche Therapie gibt es?

93.) Scheinträchtigkeit: Woran erkenne ich sie?

94.) Scheinträchtigkeit: Was tue ich?

Erkrankungen der Gliedmaßen und der Wirbelsäule

95.) Beinbruch: Woran erkenne ich diesen?

96.) Beinbruch: Welche Therapie gibt es?

97.) Hüftgelenk ausgekugelt: Woran erkenne ich dies?

98.) Hüftgelenk ausgekugelt: Welche Therapie gibt es?

99.) Prellung oder eine Zerrung: Wie sind die Symptome und die Therapie?

100.) Kaninchenlähme: Was ist die Ursache und wie sehen die Symptome aus?

101.) Kaninchenlähme: Welche Therapie gibt es?

Weitere e-Books


Vorwort

Liebe Leserin, lieber Leser!

Sie sind ein engagierter Kaninchenbesitzer. Deshalb haben Sie sich diesen Ratgeber gekauft. Dies war ein guter Schritt auf dem Weg zu einem gesunden Kaninchen.

Dieses e-Book greift Fragen auf, die ich im Laufe meiner fast zwanzigjährigen Praxiszeit häufig zu den Themen „Innere Erkrankungen und Erkrankungen des Bewegungsapparates“ beim Kaninchen gestellt bekommen habe.

Alle anderen Erkrankungen und das Thema „Erste Hilfe“ sind in Band 1 der Kaninchenkrankheiten (ebenfalls erschienen bei Geebooks unter www.der-Tierarzt-rät.de) zu finden.

Über Fragen von „ Durchfall: Wieso führen Zahnprobleme dazu?“ über „ Hüftgelenk ausgekugelt: Was tue ich?“ bis zu Fragen wie „Was ist Myxomatose?” werden die Themen rund um die innere Medizin und die Krankheiten des Bewegungsapparates kompetent beantwortet.

 

Dieser Ratgeber soll und kann einen Tierarztbesuch nicht ersetzen!

 

Es soll Ihnen als interessierten Kaninchenhalter aber das Rüstzeug an die Hand geben, zu entscheiden, wann ein Tierarztbesuch nötig ist.

Außerdem werden Fragen beantwortet, die Sie vielleicht haben, nachdem Sie von Ihrem Tierarzt zurückgekommen sind.

Durch die Aufregung durch den Tierarztbesuch kommt es häufig dazu, dass Fragen nicht gestellt werden oder Erklärungen bei der Rückkehr nach Hause vergessen wurden (z. B. „Wie führe ich die Zwangsernährung bei meinem Kaninchen durch?“ oder “Wie lange muss ich den Bock nach der Kastration vom Weibchen getrennt halten?”)

Antworten auf diese Fragen können sie in Ruhe zuhause in diesem Ratgeber nachlesen.


Was dieser Ratgeber nicht leistet:

·    Fragen zu homöopathischen Behandlung von Kaninchen werden in diesem Ratgeber (bis auf eine Ausnahme) nicht behandelt. Ich wende in meiner Praxis zwar die Homöopathie zur Behandlung von Kaninchen an, jedoch würde ein konkretes Eingehen auf die homöopathischen Behandlungsmöglichkeiten den Rahmen dieses Ratgebers sprengen. Ein Ratgeber zur Homöopathie ist zwar angedacht, aber noch nicht in der konkreten Planung

·      Antworten auf spezielle Fragen zur Krankheit Ihres Kaninchens, die ohne eine Untersuchung des Tieres nicht beantwortet werden können, werden Sie hier nicht finden

·      die Empfehlungen zu den Therapien sind absichtlich allgemein gehalten, weil nur von einem Tierarzt nach Untersuchung des Tieres (eventuell sogar erst nach weiterführenden Laboruntersuchungen) die konkrete Therapie festgelegt werden kann.

Dies bedeutet, dass nicht bei jedem Tier alle hier beschriebenen Therapiemöglichkeiten zum Einsatz kommen müssen.


In Foren im Internet findet man immer wieder Kommentare wie diese:

„Mein Kaninchen hatte Durchfall. Durch das Antibiotikum XY von der Firma Z ist der Durchfall prima weggegangen. Deshalb ist das Antibiotikum XY bei Durchfällen anzuwenden.”

Dies ist nicht nur ein unseriöser Beitrag, sondern es kann unter Umständen sogar gefährlich sein, wenn diese Anweisung befolgt wird.

Durchfälle werden nicht nur durch Bakterien verursacht. Häufig sind Hefepilze die Ursache für Durchfälle beim Kaninchen. Die Gabe eines Antibiotikums würde diese Durchfälle noch verschlechtern. Mal davon abgesehen, dass es oft Zahnprobleme sind, die zu Hefedurchfällen führen. Ohne eine Zahnkorrektur wird man dieser Durchfälle nicht Herr werden.

Selbst wenn ein Antibiotikum in dem oben beschriebenen Fall vielleicht angebracht wäre, kann es durchaus sein, dass ein Antibiotikum, was für ein Tier gut wirksam und verträglich ist, für das nächste überhaupt nicht geeignet ist.

Entweder, weil das Tier durch andere Vorerkrankungen dieses Antibiotikum nicht bekommen sollte, oder aber, weil es das festgestellte Bakterium nicht abtötet.

 

Die Auswahl eines Antibiotikums und die Dauer der Gabe kann nur durch den Tierarzt festgelegt werden!

 

Falsch angewendete Antibiotika können zu Resistenzentwicklungen führen!

Dies bedeutet, dass das Antibiotikum das Bakterium nicht mehr abtötet. Resistenzentwicklungen führen zum Beispiel in Krankenhäusern zu großen Problemen.

Dieser Ratgeber räumt mit solchen „Tipps“ aus Foren auf und erklärt, worauf Sie wirklich achten müssen.

Wenn Sie diesen Ratgeber gelesen haben, werden Sie es nicht mehr nötig haben, sich auf laienhafte Tipps in den Foren zu verlassen. Außerdem haben Sie ein Werkzeug an der Hand, um die Qualität der Beiträge in den Foren einschätzen zu können.

Ich wünsche Ihrem tierlichen Familienmitglied „Gute Besserung!“ beziehungsweise „Bleib gesund!“ und Ihnen viel Spaß mit diesem Ratgeber.

 

Ihre

 

Cathrin Geissler

P.S. In dem Ratgeber ist von „Tierarzt“, bez. „Besitzer“ die Rede. Natürlich sind damit auch Tierärztinnen und Besitzerinnen gemeint. Für den besseren Textfluss sind sie aber nicht jedesmal erwähnt. 


Garantie

 

Sollten Sie eine Frage haben, die in diesem Ratgeber nicht beantwortet wird, können Sie mir eine E-Mail schicken und ich werde Ihre Frage schnellstmöglich beantworten!

Vielleicht wird Ihre Frage außerdem in den e-book-Ratgeber aufgenommen.

Ausnahmen:

·     Fragen zur speziellen Krankheit Ihres Kaninchens, die ohne eine Untersuchung des Tieres nicht beantwortet werden können.

Beispiel: „Mein Kaninchen hat so eine komische Beule auf dem Rücken. Was ist das?“

Hier kann ich nur auf das allgemeine Kapitel zu diesem Thema verweisen. Für eine genaue Diagnose sollten Sie Ihren Tierarzt aufsuchen.

·     Fragen zur Therapie, die Ihr Tierarzt für Ihr Tier gewählt hat.

Beispiel: „Mein Kaninchen hat Schnupfen. Mein Tierarzt hat ihm das Medikament XY von der Firma Z verschrieben. Es ist noch nicht besser geworden. Kann es sein, dass die Therapie falsch ist?“

In solchen Fällen sollten Sie ihren Tierarzt erneut aufsuchen. Dieser wird durch die erneute Aufnahme eines Vorberichts und eine weitere Untersuchung des Kaninchens abklären, warum die Therapie nicht angeschlagen hat.

 


Infektionskrankheiten

  


1.)Was ist Myxomatose?

Myxomatose ist eine durch ein Pockenvirus verursachte Krankheit.

Diese Krankheit breitet sich seit den fünfziger Jahren in Europa aus und hat längst auch ganz Deutschland erreicht. Das Ursprungsland ist Frankreich.

In Gegenden, in denen es viele Wildkaninchen gibt, kann es zu vielen Todesfällen durch Myxomatose kommen. Innerhalb der Wildkaninchenpopulationen findet die Übertragung zu einem Großteil durch den Kaninchenfloh statt.

Über Stechmücken kann es zu einer Infektion auch von Hauskaninchen kommen. 


2.) Myxomatose: Woran erkenne ich sie?

Ein Kaninchen, das an Myxomatose erkrankt ist, zeigt folgende Symptome:

·        zu Beginn der Erkrankung kommt es zu Rötungen und Schwellungen an den Augen und zu Tränenfluss

·        später wird der Augenausfluss eitrig

·        die Augenlider schwellen an. Dies kann so stark sein, dass das Kaninchen nicht mehr sehen kann

·        Schwellungen an Ohren, Maul, Nase, Pfoten und Geschlechtsorganen kommen hinzu

·        der Tod tritt ein durch die Verweigerung der Futter- und Wasseraufnahme

·        manchmal kommt es auch zu Todesfällen, ohne dass starke Schwellungen auftreten

·        bei einer milderen Verlaufsform, die auch bei geimpften Tieren auftreten kann, kommt es lediglich zu pockenartigen Knoten an Ohren, Mund, Nase, Pfoten und Augen.


3.) Myxomatose: Welche Therapie gibt es?

Da die Myxomatose durch Viren verursacht wird, gibt es keine spezielle Therapie. Manchmal kommt es zu spontaner Heilung.

Die Therapie versucht, die beschriebenen Symptome zu lindern. Dazu gehört auch eine Zwangsernährung.

Leider sind die Heilungsaussichten nicht besonders gut.


4.) Myxomatose: Gibt es eine Impfung?

Es ist ein Impfstoff gegen die Myxomatose im Handel. Die Wirkung der Impfung hält aber nur etwa ein halbes Jahr an.

Da die Myxomatose wie oben beschrieben vor allem durch Stechmücken übertragen wird, sollte die Impfung im Frühjahr durchgeführt werden.

Sollte der Klimawandel dazu führen, dass es immer früher im Jahr warm wird und bis weit in den Herbst hinein milde Temperaturen herrschen, kann es nötig werden, die Impfung im Frühherbst zu wiederholen, da sich die Saison der Stechmücken ebenfalls verlängert.


5.)Was ist RHD/Chinaseuche?

RHD ist die Abkürzung für „Rabbit Hemorrhagic Disease“. Dies bedeutet „ Hämorrhagische Kaninchenkrankheit“. Da die Krankheit zuerst in China beobachtet wurde, wird sie auch als Chinaseuche bezeichnet.

Auch die Chinaseuche wird durch ein Virus verursacht.

Das Virus wird zum einen durch direkten Kontakt von erkrankten und gesunden Tieren übertragen, zum anderen kann es auf indirektem Weg (zum Beispiel über selbst gesammeltes Grünfutter) zur Erkrankung kommen.

Auch Insekten sollen die Chinaseuche übertragen können.

Die Chinaseuche ist eine anzeigepflichtige Erkrankung!

Dies bedeutet, dass dem zuständigen Veterinäramt über die Erkrankung Meldung gemacht werden muss.


6.) Chinaseuche: Woran erkenne ich diese?

Oft ist er Krankheitsverlauf so rasant, dass Symptome nicht beobachtet werden.

·        die Tiere sind heute munter und liegen morgen tot im Stall. Der Tod tritt unter Erstickungskrämpfen ein. Oft schreien die Tiere schrill auf, bevor sie auf die Seite fallen

·        sehr oft kann ein blutiges Nasesekret beobachtet werden

·        ist der Verlauf etwas milder, können Atembeschwerden, Fieber und Unruhe beobachtet werden. Diese Symptome können sich über einen bis wenige Tage hinziehen, bis auch hier in der Tod unter Erstickungskrämpfen eintritt


7.) Chinaseuche: Welche Therapie gibt es?

Leider ist bisher keine Therapie bekannt.

 

8.) Chinaseuche: Wie kann ich vorbeugen?

Hauskaninchen sollten gegen die Chinaseuche geimpft werden.

Es sollte kein Grünfutter gefüttert werden, zu dem Wildkaninchen Zugang haben.


9.) Was ist die Nagerpest ?

Die Nagerpest wird auch als Pseudotuberkulose oder Rodentiose bezeichnet.

Sie wird durch ein Bakterium (Yersinia pseudotuberculosis) verursacht.

Kaninchen können sich anstecken über den Kontakt mit infizierten Vögeln oder Kleinnagern (z. B. Mäuse) sowie über mit dem Erreger verseuchtes Futter oder Wasser.

Sie kommt bei Wildkaninchen relativ häufig, bei Hauskaninchen eher selten vor.

Achtung! Dieser Erreger kann auch den Menschen befallen! Vor allem Kleinkinder und Menschen mit geschwächtem Immunsystem sind gefährdet.


10.) Nagerpest: Woran erkenne ich diese?

Leider sind die Symptome nicht sehr spezifisch.

Folgende Symptome können beobachtet werden:

·        Abmagerung

·        das Tier ist schlapp und wird zunehmend hinfälliger, bis der Tod eintritt


11.) Nagerpest: Welche Therapie gibt es?

Es kann eine Langzeitbehandlung mit speziellen Antibiotika durchgeführt werden. Allerdings ist das Bakterium durch das Antibiotikum nicht gut zu erreichen, da es sich in abgekapselten Herden befindet.

Die Heilungsaussichten sind also nicht sehr günstig.

Da der Erreger auf den Menschen übergehen kann, sollte man sich überlegen, ob das Tier besser eingeschläfert werden sollte. Dies ist besonders wichtig, wenn Kleinkinder oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem (z. B. Aids-Patienten) im Haushalt leben.

zurück

Startseite Kaninchenratgeber